Werner Reuter: Ohne Stock - mit Stein

Zu Fu├č von K├Âln nach Santiago de Compostela. Solingen, Verlag U. Nink, 2011, 236 S. mit zahlreichen Farb- und Schwarz-wei├č-Abbildungen, ISBN 978-3-943304-07-7

 

Zum Buch

Nahezu vierzig Jahre, seit einer Autofahrt durch Spaniens Norden, hat sich der K├Âlner Notar Dr. Werner Reuter mit dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela befasst. Als es soweit war, dass er frei ├╝ber seine Zeit verf├╝gen konnte, machte er sich im April 2010 auf den Weg. Vom Dreik├Ânigenschrein im K├Âlner Dom ging er zu Fu├č den 2600 Kilometer langen Weg, nicht gerechnet viele Kilometer an Umwegen, ausger├╝stet mit zw├Âlf Kilogramm Gep├Ąck und vier kurz gefassten Reisef├╝hrern. Nach 99 Wandertagen ist er am Schrein des Apostels Jakobus in Santiago angekommen. Bis auf einen Ruhetag war er jeden Tag unterwegs, im Durchschnitt 28 Kilometer. In der Gewissheit, der hl. Jakobus werde daf├╝r sorgen, dass er nicht verhungern und auch nachts nicht erfrieren werde, konnte der Autor davon absehen, Tagespl├Ąne auszuarbeiten oder Nachtquartiere zu reservieren. Ihm wurde bald klar, dass nur wenige Eigenschaften erforderlich waren, aber auch ausreichten, den Weg zu schaffen: Anspruchs- und Bed├╝rfnislosigkeit, eine gewisse Leidensf├Ąhigkeit, Freiheit von allzu viel ├ängsten, dazu Lebensfreude und Gottvertrauen.

Der Weg f├╝hrte den Autor durch die Eifel, ├╝ber Trier und Schengen, durch Lothringen und Burgund ├╝ber Metz und Beaune nach Taiz├ę und Cluny, weiter nach Le Puy-en-Velay, durch das franz├Âsische Zentralmassiv ├╝ber Conques und Moissac, schlie├člich ├╝ber die Pyren├Ąen nach Spanien. Der Camino de Santiago ber├╝hrt dort Orte wie Pamplona, Puente la Reina, Burgos, Fr├│mista, Le├│n, Astorga und Ponferrada. Am Cruz der Ferro legte der Autor einen Stein vom K├Âlner Dom nieder.

Das Pilgern ist f├╝r den Autor ein wichtiger Ausdruck der Religiosit├Ąt des Menschen, ein sinnenhafter Ausdruck seines Weges zu Gott. Wenn er auch allein unterwegs war, beschreibt er, wie sehr auch die schwesterliche und br├╝derliche Gemeinschaft der Pilger den Reiz des Weges ausmacht. Der Bericht des Autors endet mit folgenden S├Ątzen:

Ich warte darauf, dass mich bald manche um ein Res├╝mee bitten werden. Sie werden fragen: ÔÇ×Was hat der Weg mit dir gemacht? Bist du Gott oder deinen N├Ąchsten n├Ąher gekommen oder hast du dich wenigstens selbst gefunden? Hat das Pilgern dich gelassener gemacht?ÔÇť Ich werde antworten: ÔÇ×Wie soll ich das wissen? Ich stecke doch mit der Nase mitten drin. Die Zeit wird es weisen.ÔÇť Aber ich wei├č, dass ich gl├╝cklich bin. Und das ist auch eine Frucht dieses Weges. Tief in unserem Herzen gibt es eine Freude, die uns in den frohen und sch├Ânen, aber auch in den leidvollen Augenblicken unseres Lebens tr├Ągt.

 

Zum Autor

Dr. Werner Reuter, geboren in Duisburg, lebt seit seiner fr├╝hen Kindheit in K├Âln. Er studierte in K├Âln und M├╝nchen Rechtswissenschaft und promovierte zum Dr. jur. Seit 1971 war er ├╝ber 36 Jahre als Notar in K├Âln t├Ątig.

 

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